Neuigkeiten 2009
13.10.2009, Halle/Berlin: Wohin mit den naturkundlichen Sammlungen der Universität Halle? Stellungnahme des DNFS-Vorsitzenden zum Artikel "Beeindruckend, aber nicht bezahlbar" des Dekans der Naturwissenschaftlichen Fakultät 1 der Universität Halle.
Die Universität Halle besitzt überaus wertvolle naturkundliche Sammlungen. Deshalb ist es sehr begrüßenswert, dass die Universität plant, ein eigenes Universitätsmuseum einzurichten. Der Vorschlag des Dekans der Naturwiss. Fakultät 1, hier nur eine Ausstellung zu präsentieren, die wissenschaftliche Sammlung jedoch an eine andere Institution abzugeben, sorgte für Aufregung, insbesondere aufgrund der sehr umstrittenen Einschätzung des wissenschaftlichen Werts der Sammlungen durch den Dekan. Der Vorsitzende der DNFS und Sprecher des Humboldt-Rings reagierte mit einer Stellungnahme.
>> Einschätzung des Dekans: "Sammlungen, die ursprünglich in jedem Institut existierten, werden meistens nur noch als Relikte mitgeschleppt. " Den Originalartikel finden Sie in Scientia Halensis, der Zeitschrift der Universität Halle, in Ausgabe Juli 2009 auf S. 13 (> Juli 09 Ausgabe)
>> Einschätzung von R. Leinfelder: "Genuiner Teil einer weltweiten Forschungsinfrastruktur " Die gekürzte Stellungnahme von Reinhold Leinfelder erschien heute in Scientia Halensis, Ausgabe Oktober 2009 auf S. 6 (> Oktober 09 Ausgabe), die komplette Version ist ebenfalls auf dem Server der Uni Halle zu finden ( > hier).
24.9.2009, Berlin/Bonn/Karlsruhe/Stuttgart/München: Der Humboldt-Ring - 75 Mio. Sammlungsobjekte als gemeinsame Ressource für integrative Forschung
Die fünf großen, international tätigen naturkundlichen Forschungsmuseen in Berlin, Bonn, Karlsruhe, Stuttgart und München unterzeichneten heute ein Kooperationsabkommen zur Gründung eines neuen Verbunds, des "Humboldt-Rings", der in seiner Gesamtheit für Deutschland einmalig ist: Die beteiligten naturwissenschaftlichen Sammlungen und Forschungsinstitute bilden mit ihren zusammen über 75 Mio. Objekten umfassenden wissenschaftlichen Sammlungen, ihren zahlreichen Laboren und Bibliotheken und über 290 Wissenschaftlern die größte naturkundliche Forschungsinfrastruktur in Deutschland. (> weiterlesen)
15.9.2009, Berlin: Forschungsmuseen - Versuch einer Standortbestimmung durch den Vorsitzenden der DNFS
Sammlungsbasierte Forschung ist wesentlicher Bestandteil der Mission großer Museen. Viele Museen verstärken derzeit entsprechende Forschungsanstrengungen. An sammlungsbasierten Naturkundemuseen hat die Sammlung von jeher einen sehr hohen Stellenwert. Zum Beginn des Jahres 2009 gingen Museen der Leibniz-Gemeinschaft bundesseitig in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über - insbesondere die Kunst-, Kultur- und Technikmuseen waren bislang in der Zugehörigkeit des Kulturstaatsministers. Derzeit erarbeiten viele Arbeitskreise und Ausschüsse auf unterschiedlichsten Ebenen neue Konzeptpapiere zum Thema Forschungsmuseen. Auch außerhalb der Leibniz-Gemeinschaft konkretisieren Museen ihre Forschungsstrategien....
5.9.2009: Berlin: Offizielle Vertreter und invited observers aus über 20 Ländern (von allen Kontinenten) nahmen am hochrangigen 4. Arbeitstreffen der OECD-Global Science Forums-Initiative "Scientific Collections International" teil. Das Treffen fand vom 2.-4.9.09 am Museum für Naturkunde Berlin sowie am Bundesministerium für Bildung und Forschung Berlin statt (siehe auch Eintrag vom 25.2.09).
Zum Grußwort des Gastgebers, dem DNFS-Vorsitzenden, > siehe hier
2.9.2009, Zwei wissenschaftspolitische Gutachten, die auch Themen der Forschungssammlungen, nämlich Klima und Biodiversität umfassen, wurden am 1. bzw. 2. Sept. 2009 veröffentlicht:
- WBGU-Sondergutachten 2009: Kassensturz für den Weltklimavertrag - Der Budgetansatz.
>> Gutachten siehe hier.
>> Beispiel für Presseartikel siehe hier.
- TEEB-Report, Teil II: Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität (The Economics of Ecosystems and Biodiversity - TEEB). Sachstandsbericht zur Klimaproblematik,
>> Bericht siehe hier.
>> Beispiel für Presseartikel siehe hier.
1.9.2009: Vorankündigungen zu großen neuen Sonderausstellungen
- TIEFSEE - Eine Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Berlin, ab 15.9.2009, siehe hier.
- Der Fluss des Lebens. 150 Jahre Evolutionstheorie, im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart (Schloss Rosenstein), ab 30.9.2009, siehe hier.
- Safari zum Urmenschen, im Senckenberg-Naturmuseum, Frankfurt am Main, ab 8.10.2009, siehe hier.
- weitere Ausstellungen rund um Evolution und Biodiversität siehe www.darwinjahr2009.de
30.8.2009: Das Schlossmuseum Linz wird zum Vielspartenmuseum: Neue Dauerausstellung "Natur Oberösterreich" in Linz eröffnet.
Nach Wiederaufbau eines zerstörten Schlossflügels eröffnete eine überaus sehenswerte Dauerausstellung. Das Schlossmuseum gehört zusammen mit dem Linzer Biologiezentrum zu den Oberösterreichischen Landesmuseen. Die Sammlungen des Biologiezentrums sind überaus umfassend, weshalb das Zentrum neben dem Wiener Naturhistorischen Museum Mitglied der CETAF (Consortium of European Taxonomic Facilities) ist.
Der Vorsitzende der DNFS hielt zur Ausstellungseröffnung ein Grußwort, (welches > hier nachzulesen ist)
Vom 2.-4.9.2009 findet am Museum für Naturkunde Berlin sowie am Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin das 4. Arbeitstreffen der OECD-GSF-Arbeitsgruppe zum Thema "Policy Issues Related to Scientific Research Collections" statt. Konkrete Implementierungswege eines internationalen Mechanismuses (Arbeitsbegriff SciColl) zur besseren Vernetzung naturwissenschaftlicher Sammlungen weltweit sollen erarbeitet werden. Näheres siehe auch Eintrag vom 25.2., unten.
8.8.2009: Anlässlich der Eröffnung der Korallenriff - Sonderausstellung "abgetaucht", die nun vom Berliner Haus nach München ging, kündigte der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch an, sich nachhaltig für eine Erweiterung des Museums Mensch und Natur, dem zentralen Museum der Staatlichen naturwissenschaftlichen Staatssammlungen Bayerns einzusetzen.
August 2009: Anlässlich der Wiederbesetzung der Leitungsstelle am Wiener Naturhistorischen Museum erscheinen derzeit diverse Artikel zur generellen Bedeutung und Aufgabe von Naturkundemuseen in der österreichischen Presse. Beispiele > siehe hier.
18.7.2009: Forschung auf Dauer publik machen: Im Auftrag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) erarbeiten Experten ein nationales Rahmenkonzept für Informationsinfrastruktur. Die DNFS ist mit ihrem Vorsitzenden Mitglied der Arbeitsgruppe. Siehe hier.
20.5.2009: Bewilligung des EU-Projektes Biodiversity Heritage Library for Europe, unter Leitung des Museums für Naturkunde Berlin. Zur Eröffnungsveranstaltung des Projektes unter Federführung des Museums für Naturkunde Berlin vom 10.-15. Mai 2009 waren mehr als 60 Natur-, Bibliotheks- und Informationswissenschaftler sowie Computerspezialisten aus 28 Institutionen und 14 Ländern nach Berlin gekommen mit dem Ziel, eine globale Bibliothek des Lebens zu schaffen. (>> PM siehe hier.). Webseite mit weiteren Infos: www.bhl-europe.eu
25.2.2009: OECD-Global Science Forum präsentiert den Endbericht des Steering Committees zum Thema "Policy Issues Related to Scientific Research Collections". Der DNFS-Vorsitzende R. Leinfelder sowie der Koordinator für Nationales und Internationales am Museum für Naturkunde, Ch. Häuser, vertreten Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als Vollmitglieder in diesem Steering Committee. Siehe hier, bzw. direkt hirt zum Final Report: www.oecd.org/dataoecd/7/58/42237442.pdf
Der Final Report wurde sehr positiv von der OECD-GSF aufgenommen, der Arbeitsgruppe wurde empfohlen, den im Final Report getätigten Vorschlag zur Implementierung eines weltweiten Mechanismuses zur besseren Vernetzung Naturwissenschaftlicher Sammlungen weiter zu konkretisieren und gemeinsam mit OECD und Nicht-OECD-Ländern einen Implementierungsmechanismus zu erarbeiten.
Das Steering Committee wird, weiterhin unter dem Dach des OECD-GSF nun die die konkrete Ausarbeiten vorantreiben. Hierzu sind weitere Treffen geplant. Die bisherigen Treffen fanden in Holland (Leiden, Naturalis-Naturkundemuseum) und USA (Washington, Smithsonian) statt. Das 3. Treffen wird in in März 2009 London (Natural History Museum) stattfinden.
23.2.2009: Leitartikel zur Wahrnehmung der Evolutionstheorie im Jahr 200 nach Darwin, mit Bezug zum Darwin-Programm der DNFS und ihrer Partner, in "Politik und Kultur"
11.-15.2.2009: Umfassende Berichterstattung zu Ausstellungseröffnungen und sonstigen Events zum Darwin-Geburtstag am 12.2.09. Eine kleine Auswahl von Berichten finden Sie im Darwin-Medienclipboard. Einige Berichte gibt es auch im Darwin-Blog.
10.2.2009: Positionspapier der DNFS zum Darwin Jahr: Darwin als Vorbild – Naturkundemuseen und Botanische Gärten positionieren sich für wissenschaftliche Authentizität und gegen Wissenschaftsfeindlichkeit (ganzes Papier lesen) . English version of DNFS-Darwin-Position Statement on Evolution
14.1.2009, Berlin: Gemeinsame Pressekonferenz der DNFS zum Darwin-Jahr, siehe hier.
6.1.2008, Berlin: "Zwischen den Jahren" prangte die Weihnachts- und Neujahrskarte der DNFS auf der Webseite. Sie kann auch jetzt noch besichtigt werden. > siehe hier.
3.1.2008, Berlin: Launch der Blog-Seiten: "Ach Du lieber Darwin" der DNFS. Hier sammeln wir Informationen zum Darwin-Jahr und kommentieren ausgewählte Veranstaltungen. Reinhold Leinfelder und weitere Mitglieder der DNFS sammeln Links, erläutern Veranstaltungen und posten Diskussionsbeiträge. Beteiligen Sie sich mit Kommentaren und eigenen Beiträgen (Beiträge bitte über R. Leinfelder einstellen, Kommentare zu einzelnen Postings sind frei möglich). Auf diesen Seiten finden Sie auch eine Sammlung ausgewählter Presse- und Medienbeiträge zu Themen rund ums Darwin-Jahr.
> zum Blog "Ach Du lieber Darwin",
> zum Darwin-Jahr-Veranstaltungskalender der DNFS
1.1.2009, Etliche Mitglieder der DNFS sind neu in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen , in eine andere Institution innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft integriert oder in eine andere Bundeszuständigkeit transferiert worden.
Die politischen, z.T. weiter unten erwähnten Entscheidungen wurden mit Wirkung zum 1.1.2009 nun umgesetzt. Dies sind im Einzelnen:
- Neuaufnahme des Museums für Naturkunde Berlin in die Leibniz-Gemeinschaft. Das Museum hat die Humboldt-Universität verlassen und ist nun eine eigene Stiftung des öffentlichen Rechts. Der neue vollständige Name lautet: Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin (Kurzform Museum für Naturkunde Berlin). (> aktueller Pressebericht)
- Eingliederung des früheren Staatlichen Museum für Naturkunde Görlitz sowie der Staatlichen Naturhistorischen Sammlungen Dresden, bestehend aus dem Museum für Mineralogie und Geologie und dem Museum für Tierkunde in den Senckenberg-Verbund (> aktueller Pressebericht). Die neuen Namen lauten demgemäß Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz etc..
- Herausnahme des Deutschen Entomologischen Instituts (DEI) in Müncheberg aus dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und Eingliederung ebenfalls in den Senckenberg-Verbund. Damit verbunden ist ein Wechsel der Zuständigkeit auf Bundesseite vom Bundesagrarministerium zum Bundesministerium für Bildung und Forschung.
- Änderung der Bundes-Zuständigkeit des Museums Koenig beim Bund. Das Leibniz-Institut war zuvor beim Bundeskulturstaatsminister angesiedelt und wird nun auf Bundesseite vom Bundesministerium für Bildung und Forschung betreut. (> Pressemeldung vom Okt. 2008).
Die DNFS verliert damit formal die beiden sächsischen Sammlungen sowie das DEI als stimmberechtigte Mitglieder, da sie nun durch das Sitzhaus des Senckenberg-Verbunds, das Senckenberg Naturmuseum und Forschungsinstitut in Frankfurt mitvertreten werden. Die Sammlungen in Dresden, das Museum in Görlitz sowie das DEI bleiben der DNFS jedoch als ständige Gäste erhalten.
